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Flörsheimer Zeitung, 14.02.1995

Wenn das die Fastnacht ist am Main - dann will ich Fassennachter sein!

FLÖRSHEIM (hasi)- "Wenn ich auf dem Heimweg nachher etwas vomübergeneigt gehe, dann bin ich durchaus nicht vor Gram, sondern von Orden gebeugt." Willi Lauck, Erster Vorsitzender, Generalfeld- und Zugmarschall des Flörsheimer Narren Club, freut sich ganz offensichtlich seiner schweren Bürde.

Fünfzehn Orden sind am Sonntag morgen neu an seine Brust geheftet, beziehungsweise ihm um den Hals gehängt worden. Das größte J Exemplar, ein Unikat vom Flörsheimer Künstler Thomas Reinelt entworfen und ausgeführt, die "Raabekazz am Kälberstrick" mit Vereinsmütze, im Format von gut und gern 20 mal 20 Zentimeter.

...


Robert Mohr bei der Übergabe des Ordens

Planungsunterlagen für 1995

und die Realisation

Kaum find mer´n Brocke In de Erd
entsteht die Wart –
total verkehrt

Flörsheimer Zeitung, 28.02.1995

..., bevor der Motivwagen der Raabekazze einlief- "Kaum find mer'n Brocke in de Erd, entsteht die Wart - total verkehrt." Die kleinen Burgen hüpften auf den Köpfen. ...


Flörsheimer Zeitung, 14.03.1995

Kapellensanierung

Seit einigen Tagen ist die Kriegergedächtniskapelle eingerüstet. Die Reparaturarbeiten am Dach haben begonnen. Im First und auf der linken Dachseite sind die alten Schieferplatten bereits am Samstag von zehn Mitgliedern der "Raabekazze" abgenommen worden. Sie werden zur Zeit gereinigt und mit Stempeln versehen. Sie sollen bei einem Fest, noch in diesem Frühjahr, ihre Besitzer wechseln. (Viele Bürger haben mit der Option auf eine alte Schieferplatte mitgeholfen, die Finanzierung für die Neueindeckung zu sichern.) Dachdecker Nies (links im Bild) ist mit dem Holzunterbau des Daches zufrieden. "Hier braucht so gut wie nichts ausgebessert zu werden. Im Gegenteil, das Holz ist trocken und abgelagert und haltbarer als neue Bretter, " freute er sich, als ihn die Flörsheimer Zeitung am Sonntag an seinem luftigen Arbeitsplatz besuchte. Ebenso wie der Turm wird das gesamte Dach neu eingeschiefert. (hasi/Foto: cp)

Flörsheimer Zeitung 23.05.1995

Kapellenfest an Christi Himmelfahrt

FLÖRSHEIM (red) - Die Renovierungsarbeiten am Dach der Kriegergedächtniskapelle sind abgeschlossen. Um Bürgern und Vereinen, die für die Erhaltung der Kapelle gespendet haben, zu danken, veranstaltet der Verein die "Raabekazze", der Musikverein Flörsheim und die Pfarrgemeinderäte der Gemeinden St. Josef und St. Gallus am Donnerstag, 25. Mai, Christi Himmelfahrt, ein Kapellenfest.
Nach einem Wortgottesdienst um 9.30 Uhr in St. Josef geht eine Prozession zur Kriegergedächtniskapelle. Nach einer gemeinsamen Eucharistiefeier mit der Wickerer Gemeinde St. Katharina beginnt danach bei Gegrilltem und Fassbier das Kapellenffest.
Robert Mohr, einer der Organisatoren der "Raabekazze", verspricht für die Besucher Schutz bei schlechtem Wetter: "Wir werden große Schirme aufbauen."
Musikalisch umrahmt der Musikverein das Fest. Die Optionsscheininhaber können ihre Dachziegel an diesem Tag abholen. Der Verein lädt alle Flörsheimer herzlich ein.

Main-Spitze, 27.05.1995

"Tradition Flörsheimer Bürgersinns"

Feier an der renovierten Kriegergedächtnis-Kapelle / Beeindruckende Prozession

etz. FLÖRSHEIM - Das neue Schieferdach glänzt schon von weitem in der Sonne. Beim näheren hinschauen offenbaren sich weitere Neuigkeiten rund um die Kriegergedächtniskapelle. Die Balken des Holzvorbaus erstrahlen in edlem Rot, das Regenwasser wird durch edle Kupferrohre gesammelt und in den Boden geleitet und selbst der Blitzableiter ist in diesem noblen Metall gehalten. Keine Spur mehr von der zweckmäßigen aber billigen Zinklösung, von kaputten Schindeln und herausgerissenen Drähten die Kapelle - Ziel der jährlichen Prozessionen aus Wicker und Flörsheim - erstrahlte am Himmelfahrtstag in neuem Glanz. Die wichtigste Stufe der Renovierungsarbeiten - die komplette Außensanierung - ist abgeschlossen.
Ein kleiner aber rühriger Verein kann mit Fug und Recht stolz auf sich sein. Nachdem die 1928 erbaute Kapelle jahrelang dem schleichenden Verfall und dem vorsätzlichen Vandalismus preisgegeben war, nahmen die 14 Raabekazze vor gut einem Jahr die Sache in die Hand. Bis dahin hatte Pfarrer Rolf Kaifer rund 40 000 Mark an Spenden für die, Renovierung gesammelt. Nicht genug, um das anspruchsvolle Renovierungsvorhaben realisieren zu können. Mit Organisationstalent, viel Idealismus und breiter Unterstützung aus Vereinen, örtlichen Betrieben und Bürgerschaft konnten die Raabekazze innerhalb kürzester Zeit die fehlenden Finanzmittel beschaffen. "Die wirklichen Renovierer sind aber die vielen Flörsheimer Bürger, -Vereine, Handwerker und Firmen", betonte Robert Mohr von den Raabekazze am Donnerstag. "Dies entspricht der Tradition des Flörsheimer Bürgersinns".
Davon haben die Raabekazze, die sich als Koordinator und Organisator der Renovierungsarbeiten verstehen, viel gespürt. Die umfangreichen Spenglerarbeiten sowie die Holzarbeiten im Glockenturm wurden von Flörsheimer Firmen unentgeltlich und nur gegen eine Spendenquittung ausgeführt. Selbst die historische Kontinuität wurde, zumindest beim Decken des Daches, bewahrt. Der Enkel des Mannes, der das Dach 1928 eingedeckt hatte, wollte die Arbeit seines Großvaters unbedingt erneuern und arbeitete, um die Familientradition fortzusetzen, weit unter der Kostendeckung.
Selbstverständlich ist solche Tradition allerdings nicht, merkte Robert Mohr am Donnerstag etwas enttäuscht an. In einem ähnlichen Fall bissen die Raabekazze bei einer Flörsheimer Firma nämlich auf Granit. Das Werk des Großvaters-, der damals das Dachgebälk stiftete, interessierte den Enkel wenig.
Wenn sich die Raabekazze allerdings nur als Koordinator und Organisator beschreiben, verkaufen sie sich selbst deutlich unter Wert Planung und Bauleitung übernahmen zwei Architekten des, Vereins selbstverständlich kostenlos. Bei' den Arbeiten waren die Raabekazze immer wieder selbst vor Ort und am Donnerstag standen sie, wie schon beim Stadtparkfest, hinter der Theke. Daß tags zuvor alles zur Kapelle gekarrt und aufgebaut werden mußte, kommt noch hinzu. Daß der Erlös des Festes und der Verkauf der mit einer Kapellenansicht verzierten Dachziegel der noch anstehenden Innenrenovierung zugute kommt, versteht sich ebenfalls von selbst.

Rudolf Mohr ist allerdings unsicher, ob das schöne neue Kleid der alten Kapelle von Dauer ist. Die Vandalismusproblematik ist damit nämlich noch nicht gelöst. Von Mittwoch auf Donnerstag wachte der Schäferhundeverein über die Aufbauten zum Kapellenfest. Die Polizei müßte härter durchgreifen und die Bürger mehr darauf achten". "Besser wird es", hofft Mohr, "wenn die unweit der Kapelle gelegene Warte in Betrieb genommen wir&'.


Flörsheimer Zeitung, 30.05.1995

Die Kapelle hat ihr neues Dach

Über 600 Flörsheimer verbrachten einen vergnüglichen Tag an der Kapelle

FLÖRSHEIN1 (hbk) - Die Flurprozession nach dem Wortgottesdienst in St. Josef am Fest Christi Himmelfahrt mit anschließender Eucharistiefeier an der Kriegergedächtniskapelle hat schon eine lange Tradition. Auch gehört es dazu, daß sich die Wickerer Katholiken diesem Brauch an schließen und zum Gottesdienst an der Kapelle kommen.
Ein Problem stellte sich dabei jedes Jahr neu: wohin mit den vielen Menschen zur Mittagsessenszeit? Ideal wäre ein einfaches Essen im Anschluß an den Gottesdienst. Doch war den Pfarrgemeinderäten das Risiko zu groß und es fehlten Helfer.
Dieses Jahr meldeten sich ganz überraschend die "Raabekazze" für das vergnügliche Beisammensein. Sie organisierten ein zünftiges Kapellenfest mit Bier vom Faß und Gegrilltem. Unterstützt von Bäcker Richter, Metzger Wittekind und Winzer Mitter sorgten sie für das leibliche Wohl der zirka 600 Gäste. Der Musikverein unterhielt mit gefälligen Weisen, das Technische Hilfswerk stellte den Generator zur Verfügung, der Schäferhundeverein bewachte die Aufbauten über Nacht.
Die 14 Mitglieder der "Raabekazze" waren für jedes Wetter gerüstet. Die riesigen Landhausregenschirme fanden aber am Donnerstag nur als Sonnenschutz Verwendung. Gedacht war das Fest als Dankeschönfest. Den Flörsheimer Bürgern sollte gezeigt werden, wie weit die Kapellenrenovierung dank ihres Spendenfleißes; gediehen ist.
Erst seit drei Tagen war das neue Schieferdach im Wert von 60.000 DM fertiggestellt, Viele Flörsheimer Handwerker waren an den Reparaturarbeiten beteiligt. "Wir finden es toll", so
Robert Mohr, "Kümmerer" bei den Raabekazze, "daß diese wichtigste Stufe der Renovierung schon zur heutigen Himmelfahrtsprozession möglich war." Neben dem Spendenwillen der Flörsheimer Bürger lobte er die Unterstützung der Firmen Engelter und Richter. Engelter hat die Spenglerarbeiten in Kupfer ausgeführt und erhält, ebenso wie die Schreinerei Richter für die Holzarbeiten im Glockenturm, eine Spendenquittung als Bezahlung. "Herr Nies wollte unbedingt das Dach, das sein Großvater seinerzeit zuerst eindeckte, erneuern und arbeitete, um die Familientradition fortzusetzen unter Kostendeckung." Diese Tradition sei allerdings nicht überall festzustellen, bedauerte Mohr mit Blickrichtung auf eine andere Traditionsfirma in Flörsheim, "manchmal fehlt einfach der entsprechende Geist", ließ er es dabei bewenden.
Die Raabekazze selbst haben aber nicht nur Spenden gesammelt und entsprechende Veranstaltungen initiiert. Ganz besonders hervorzuheben ist, daß von den beiden Architekten des Vereins sämtliche Planungen und Ausschreibungen ebenfalls ohne Honorar erfolgten.
Auch eine andere Idee der Raabekazze wurde gewinnbringend ausgeschöpft: Beim Abdecken des Dachs wurden 150 alte Schiefer beiseitegelegt. Sandgestrahlt darauf das Kapellenmotiv. Optionsscheininhaber konnten sie am Kapellenfest abholen. Außerdem wurde ein mit dem Flörsheinter Wappen handbemaller Holzteller versteigert.  Auch sämtliche Erlöse aus dieser Veranstaltung gelten der weiteren Renovierung der Kriegergedächtniskapelle. Robert Mohr appellierte in seiner Ansprache inständig an die Flörsheimer Bürger darauf zu achten, daß dieses Denkmal nicht mutwillig zerstört wird.


Flörsheimer Zeitung, 30.06.1995

Schon wieder Zerstörungen

Gerade einen Monat ist es her, daß wir die Fertigstellung des Daches der Kriegergedächtniskapelle feiern konnten. Die Raabekazze, viele Geschäftsleute und die Bevölkerung haben Geld und Arbeitskraft investiert, um alles so schön wie möglich zu machen. Um so ärgerlicher waren wir, als wir am Sonntag morgen zur Kriegergedächtniskapelle kamen und schon wieder Zerstörungen feststellen mußten. Der Blitzableiter wurde aus der Wand gerissen und verbogen, die Blumen in der Anlage zertrampelt. Das Türschloß wurde bereits in der Woche nach Pfingnsten zerstört.
Wir fragen uns, muß denn, was die einen mit Liebe und Engagement aufbauen und pflegen, von Chaoten gewaltsam zerstört werden?
Toni u. Helene Vogel
Flörsheim, Hospitalstr. 46 

Rüsselsheimer Echo, 06.09.1995

Renovierung abgeschlossen

FLÖRSHEIM (RE)., Ein gutes Jahr, ist es her, daß der Verein Raabekazze Flörsheim e.V. das Projekt, zur Renovierung des Kapellendaches der Kriegergedächtniskapelle in Flörsheim begann. Formuliertes Ziel war Beschaffung notwendiger Gelder und die gesamte Organisation der Durchführung der Renovierung.
Genau vor einem Jahr fand eine erste große Veranstaltung im Stadtgarten unter Mitwirkung des Musikvereins Flörsheim statt. Abgeschlossen wurden die Baumaßnahmen mit einem Kapellenfest an Himmelfahrt. Daneben wurde eine Broschüre herausgegeben, die le Geschichte der Kapelle skizziert, ein Aquarell der Kapelle, in Form eines Plakats und alte Dachziegel verkauft und schließlich noch eine Briefaktion an etwa 100 einheimische Firmen durchgeführt.
All diese Maßnahmen haben dazu beigetragen, daß das Interesse in der Flörsheimer Bevölkerung an der Kapelle verstärkt wurde, aber auch notwendige Geldmittel zusammenkamen. Der direkt den Aktionen der Raabekazze zuordenbare Geldbetrag aus Einnahmen der beiden Feste, aus Verkauf der Artikel und Spenden im Rahmen der Fest beträgt 11734,17 Mark, die direkt auf das Baukonto für die Renovierung flossen. Dazu kommen Planungsleistungen, Ausschreibungen, Bauaufsicht" Dachabdecken und schließlich das Aufräumen der Umgebung. Schließlich kamen noch 3 000 Mark vom Denkmalamt des Kreises hinzu.
Die Verantwortung über weitere Maßnahmen liegt bei der katholischen Kirchengemeinde, deren Verwaltungsratsvorsitzender Pfarrer Kaifer über weitere Maßnahmen nachdenken kann. Weitere Gelder, die aus dem Verkauf der Kapellenbroschüre und der Plakate erwirtschafte werden, fließen direkt auf das Spendenkonto der Kirchengemeinde. Das Spendenkonto bleibt vorerst erhalten, denn neben dem Dach sind weitere Teile der Kapelle renovierungsbedürftig.

Flörsheimer Zeitung, 08.09.1995

Schlußbericht der Raabekazze

Projekt: Renovierung des Kapellendaches der Kriegergedächtniskapelle abgeschlossen

FLÖRSHEIM (pm) - Ein gutes Jahr ist es her, daß der Verein Raabekazze Flörsheim e.V. das Projekt zur Renovierung des Kapellendaches der Kriegergedächtniskapelle in Flörsheim aufsetzten. Formuliertes Ziel war: Beschaffung notwendiger Gelder und Organisation der Durchführung der Renovierung. Genau vor einem Jahr, im September 1994, fand eine erste große Veranstaltung im Stadtgarten am Main unter Mitwirkung des Musikvereins Flörsheim statt. Abgeschlossen wurden die Baumaßnahmen mit einem Kapellenfest an Christi Himmelfahrt 1995.
Daneben wurde eine Broschüre herausgegeben, die die Geschichte der Kapelle skizziert, ein Aquarell der Kapelle in Form eines Plakats verkauft, alte Dachziegel verkauft und schließlich noch eine Breifaktion an ca. 100 einheimische Firmen durchgeführt. All diese Maßnahmen haben dazu beigetragen, daß einmal das Interesse in der Flörsheimer Bevölkerung verstärkt wurde, aber auch notwendige Geldmittel zusammenkamen.
Der direkt den Aktionen der Raabekazze zuordenbare Geldbetrag aus Einnahmen der beiden Feste, aus Verkauf der Artikel und Spenden im Rahmen der Feste beträgt 11.734,17 Mark" die direkt auf das Baukonto für die Renovierung flossen. - Dazu kommen Planungsleistungen, Ausschreibungen, Bauaufsicht, Dachabdecken und schließlich das Aufräumen der Umgebung. Schließlich kamen noch 3.000,- Mark in Form einer Spende von Landrat Riebel, die wir beim Denkmalamt beantragt hatten, hinzu. Der Verein Raabekazze e.V. schließt damit das Projekt ab und teilt mit: "Die Verantwortung über weitere Maßnahmen liegt bei der Kirchengemeinde, deren Verwaltungsratvorsitzender Pfarrer Kaifer über weitere Maßnahmen nachdenken kann. Weitere Gelder, die wir aus dem Verkauf der Kapellenbroschüre bzw. der Plakate erwirtschafteten, fließen direkt auf das Spendenkonto der Kirchengemeinde. Das Spendenkonto bleibt vorerst erhalten, denn neben dem Dach sind weitere Teil der Kapelle renovierungsbedürftig. Für den Verein Raabekazze steht nun erst einmal Fastnacht 1995 vor der Tür. Außerdem haben wir dem Förderverein für das Verlobte Tag-Spiel Unterstützung in Form zweier Aktionen zugesagt."